Der Blog

Die Grundschullehrer…

Es gibt ein neues Projekt. Eines, das sich  zwar angebahnt hatte, in der Form für mich aber nicht vorauszusehen war: Ich werde Grundschullehrer! Aber keiner im ursprünglichen Sinne. Sprich keiner, der Deutsch, Mathematik oder Ähnliches unterrichtet – sondern Kochen! Alle, die mal eine  Grundschule besucht haben (worunter sich, glaube ich, jeder zählt) oder deren Kinder in eine Grundschule gehen respektive gingen, werden behaupten, dass es solch ein Fach doch gar nicht gibt. Die etwas Älteren werden sich allenfalls daran erinnern, dass das Themengebiet ein Stück weit in die Hauswirtschaftslehre fiel. Korrekt. Bis jetzt!

Denn die Lage ist ernst und es muss dringend etwas passieren! Die Erfahrung der letzten Jahre und Jahrzehnte hat gezeigt, dass die Entwicklung hinsichtlich unserer Ernährung und stellenweisen Selbstversorgung gravierend rückläufig bis verschwindend gering ist. Gerade in den jüngeren Reihen weiß kaum noch jemand, wie man sich etwas Warmes zu essen kocht – und Gruppen in Sozialen Netzwerken wie „Lass uns etwas kochen, ich hab Toast da!“ kommen nicht von ungefähr.

In den letzten Jahren sind diesbezüglich verschiedene Projekte ins Leben gerufen wurden, doch nur wenige, die wirklich etwas bewirken. Und noch weniger, die dem Ursprung auf die Füße treten.

Durch verschiedene glückliche Fügungen und das Engagement einiger lieber Menschen ist jetzt ein Projekt entstanden, das, so hoffen wir, etwas Nachhaltiges bewirkt und sich bei Erfolg ausbreiten wird, wie junger Efeu.

Zusammen mit Sabine Wiedemann und einer Grundschule in Hasenbergl werden Frank Roland und ich (von Kochen…MitZukunft! e.V.) im eben gestarteten Schuljahr eine 3. Klasse im Kochen unterrichten. Ein – in Deutschland – so noch nie dagewesenes Projekt (falls doch, berichtigt mich an dieser Stelle), welches eine Herausforderung für jeden von uns darstellt. Der Lehrplan ist geschrieben und wir sind sehr zuversichtlich, dass er sich umsetzen lässt. Gespannt sind wir vor allem, wie die Kinder darauf anspringen, ob es etwas bewirkt und was es bewirkt. Und was die Kinder mit dem vermittelten Wissen machen.

Wir sind alle sehr gespannt! Ein Projekt, bei dem jeder etwas lernen kann.

Euer Vince

 

Der erste Schultag…

Nach einigen E-Mails, Meetings und Telefonaten ging es am Montag den 08.10. zusammen mit meinem Freund und Fachkollegen, Frank Roland, auf in Richtung Grundschule der Paulckestraße 10 in München, um dort zusammen mit einer dritten Klasse zu kochen.

Keine einmalige Sache, sondern ein Projekt, das etwas bewirken soll: Ein Jahr lang ‚Kochen‘ als feststehendes Unterrichtsfach, das die Kinder dazu bewegen soll, sich gesünder zu ernähren und wieder anfangen, den Kochlöffel zu schwingen bevor sie zur Tiefkühlpizza greifen.

Ob uns das gelingt, wird sich am Ende des Schuljahres zeigen.

In die erste Unterrichtsstunde starteten wir mit einem kleinen Frühstück, welches die Kinder mit unserer Hilfe zusammenstellten. Es gab etwas Obstsalat, Haferflocken mit Joghurt, Käsebrote, Crêpes und Gemüse mit Kräuter-Dip. Das Gemüse blieb allerdings weitestgehend unberührt. Für mehr Begeisterung sorgten stattdessen die Crêpes. Vor allem das Backen derer, da sie sich in verschiedene Formen gießen ließen. Anschließend aßen wir noch zusammen.

Nach zwei kompletten Unterrichtsstunden war es an der Zeit die Klasse wieder zu verlassen. Es schien Spaß gemacht zu haben – uns auf alle Fälle – und den Kindern auch.

Euer Vince

 

Kürbis…

In der zweiten Runde unseres Grundschul-Kochkurses war das Thema passend zu Halloween natürlich – Kürbis.

Zuerst stellten wir die wichtigsten Kürbisse vor: den Hokaido, den Butternut, die Zucchini und natürlich den Halloween-Kürbis. Dann ging es auch schon ans Werk.

Zum einen wurde ein Kürbis von zwei Schülern und der Unterstützung von Frank in ein witziges Halloween-Gesicht verwandelt, was den Kindern sichtlich Spaß machte und viel einfacher von der Hand ging als ich dachte. Die anderen sechs Kinder kochten mit mir eine Kürbissuppe mit Vanille und bereiteten einen orientalischen Gemüse-Couscous zu, wobei auch hier der Schwerpunkt auf Kürbis lag.

Diesmal mussten die Kinder – zumindest teilweise – feststellen, dass Kochen zwar Spaß macht, es aber auch unangenehme Dinge gibt, wie zum Beispiel das Schälen und Schneiden einer Zwiebel oder das mühsame Befreien der Kartoffel von ihrer Schale. Aber nichts desto trotz hat es ihnen doch Spaß gemacht, vor allem das Pürieren der Suppe und das Abschmecken des Couscous.

Am Ende der Stunde setzten wir uns wieder alle zusammen und aßen das von den Kindern Zubereitete. Ausgesprochen lecker war es!

Ich freu mich schon auf das nächste Mal in 14 Tagen.. denn nächste Woche sind erst einmal Ferien.

Euer Vince

 

Fischstäbchen…

Nach den Weihnachtsferien ging es am Montag wie gewohnt mit dem Unterricht weiter. Da man über die Feiertage in der Regel hauptsächlich mit essen – und hier insbesondere mit dem essen von Fleisch – beschäftigt ist, dachten wir uns, versuchen wir den Kindern frischen Fisch schmackhaft zu machen.

Im Normalfall essen Kinder Fisch nicht sonderlich gern. Genau aus diesem Grund werden für sie Fische filetiert, in großen Blöcken schockgefroren zurecht gesägt, in eine knusprige Panade aus Mehl, Stärke, Wasser und Paniermehl gepackt und vorfrittiert – allgemein bekannt als Fischstäbchen. Und welches Kind isst  nicht gern Frittiertes?

Vom Prinzip her eine Art und Weise, die für das Fischfilet relativ schonend ist. Doch leider verliert das Kind völlig den Bezug zum Fisch als Lebewesen. Ein Fisch ist nicht rechteckig und goldgelb und um genau das zu demonstrieren haben wir dieses Mal Seelachsfilet selbst paniert.  Eigentlich eine ganz einfache Sache, die kein großes Know-how erfordert, den Kindern großen Spaß macht und man ganz einfach zu Hause nachmachen kann. Dazu gab es Kartoffelpüree (auch etwas mit dem man Kinder überzeugen kann) und Mischgemüse, bestehend aus frischen Karotten, Blumenkohl und Erbsen. Letzteres kam leider nicht so gut bei den Kindern an, aber zumindest wissen sie jetzt, wie man ein Mischgemüse, in der Regel aus dem Tiefkühler oder aus der Dose, auch mal selbst machen kann.

Als Dessert gab es Crêpes gefüllt mit Mandarinen und Birnen.

Euer Vince

 

 

 

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