Mein Streiflicht zum Sonntag

Aufgepasst und Nachgedacht!

„Als was sollen wir dich bezeichnen?“ – wurde ich in letzter Zeit ab und an gefragt.

Weltverbesserer? Food-Aktivist??..  Am Ende des Abends habe ich etwas zu essen gekocht.. oder weniger noch – nur davon erzählt!

Ich bin Koch!

Also, wenn jeder Mensch von sich behaupten kann, dass neben der Luft, die er atmet, die Nahrungsaufnahme das Essenziellste in seinem Leben ist, dann möchte ich von mir behaupten, dass Essen und Kochen und alles was noch dazu gehört, sogar meine Luft zum Atmen ist.

Fast den ganzen Tag verbringe ich in Restaurants und Bars, in Küchen und in Hinterhöfen, Kellern, auf Märkten, oder ab und an am Schreibtisch und schreibe irgendwelchen Blödsinn zusammen – natürlich übers Essen.

Ich mache mir den ganzen Tag Gedanken über Essgewohnheiten (früher und heute), Missstände der Konsumgesellschaft, physikalische Vorgänge im Essen während der Zubereitung, dem nächsten großen Ding. Welche Küche kommt als nächstes? Welche Industrien stehen dahinter…? Was essen wir morgen, oder in 30 Jahren? Soylent Green oder doch Bio und reale Lebensmittel? Haben wir darauf einen Einfluss? Oder hat die Menschheit eine Größe angenommen in der es ihr gar nicht mehr frei obliegt, wie sie sich in 20 Jahren ernähren wird?

Über diese Themen hinaus kann man natürlich über Essen und Essen gehen noch eines ganz gut – und zwar meckern… und das ausgiebig und über alles: Den Geschmack / die Komposition der Gerichte / den Preis / das Interieur des Restaurants / das Gesamtkonzept / den Geruch / das Servicepersonal und nicht zuletzt über den billigen Seifenspender auf dem Klo! Für so etwas gibt es schon seit Jahrzehnten Institutionen, die das als Kritik bezeichnen und schon den ein oder anderen auf dem Gewissen haben.

Also dachte ich mir, ich mache einfach eine Runde mit und meckere auch einfach drauf los… NUR, nicht über meine Kollegen, die Tag ein Tag aus am Herd stehen und ihr Bestes geben, oder die Jungs und Mädels im Service, die ihren Stuhl zurecht rücken, ihnen ein Päckchen Zigaretten bringen oder ein Taxi rufen, welches dann nicht genommen wird.

Nein, da möchte ich nicht mit machen.

Ich meckere doch lieber über das Konsumverhalten! Sozusagen über das Verhalten derer, die meckern!

Kon-sum-ver-hal-ten – was ein schönes Wort.

Wir konsumieren ja ständig, eigentlich unentwegt. Man könnte glauben, der Mensch hätte nichts anderes zu tun als zu konsumieren… wie die Kühe auf der Weide fristen wir unseren Alltag indem wir konsumieren und konsumieren und konsumieren und … sie kennen den Text.

Allerdings ist der reine Konsum nicht das Problem. Das Problem ist, dass keine Sau mehr darüber nachdenkt, was wir da eigentlich konsumieren… weder mit den Ohren oder den Augen, noch mit dem Mund.

Und genau dort liegt der Hase im Pfeffer – wir denken nicht oder zu wenig, vor allem wenn es darum geht uns selbst zu versorgen.

Wir essen zu viel, zu wenig von Gutem, zu verschwenderisch, zu schnell, zu oft alleine, unbewusst oder auch zu wenig, zu unüberlegt, zu viele Fertigprodukte…

Und um genau das wird es gehen in der nächsten Zeit – hier auf meinem privaten kleinen Streiflicht durch unser Konsumverhalten. Bis mir vielleicht irgendein Verlag ein Plätzchen in einem der vielen Zeitschriften oder Magazine freiräumt.. Oder auch nicht!

Stay tuned!

Euer Vince